Beratung der Großen Anfrage der Fraktion der PDS „Zur Gesundheitsförderung in Thüringen“
13.09.2002 - 70. Plenarsitzung
„Zur Gesundheitsförderung in Thüringen“ Drucksache 3/2002/2405
Die Beantwortung der Großen Anfrage zur Gesundheitsförderung stellt als Definition an den Beginn; dass Gesundheitsförderung bedeutet, allen Menschen ein Höchstmaß an Gesundheit zu ermöglichen. Darüber hinaus wird darauf verwiesen, dass Gesundheit kein Zustand, sondern ein lebenslanger Prozess sei. Ausgehend von dieser Definition möchte ich auf drei Schwerpunkte und Säulen der Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung etwas umfangreicher eingehen. Dies sind:
1. Die Gesundheitserziehung zu gesunder Ernährung und einem dementsprechenden Lebenswandel 2. Die aktive Gesundheitsvorsorge durch Bewegung und Sport und 3. Die Suchtprävention, also Aufklärung und Bekämpfung von allem legalem und illegalem Suchtpotential
Der erste Punkt, die Gesundheitserziehung, ist die Grundvoraussetzung, Defizite hierbei sind in späteren Jahren nur noch schwer aufzuholen. Die Grundlagen für das Bewusstsein für einen gesunden Lebenswandel, für gesunde Ernährung und für eine gesunde sowie intakte Umwelt müssen bereits im Elternhaus gelegt werden. In den Kindertagesstätten und Schulen muss daran weiter in kindgerechter Form gearbeitet werden. Dazu gibt es insbesondere an den Thüringer Schulen zahlreiche Programme und Initiativen, die bei der Beantwortung der Großen Anfrage aufgezählt werden. Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung - AGETHUR – übernimmt neben zahlreichen anderen Aufgaben auch die fachliche Beratung und Koordinierung von gesundheitsfördernden Projekten an Kindertagesstätten und Schulen. Die Weiterbildung von Erzieherinnen und Lehrerinnen zu Fragen der gesunden Ernährung und der Schaffung von Bewegungsfreude bei Kindern sollte gemeinsam mit dem ThILLM noch ausgebaut werden.
Aber so gut, wie diese Projekte auch angelegt sind, sie können stets nur begleitend wirken. Voraussetzung, dass diese Projekte nachhaltig wirken, ist stets die Vorbildwirkung im Elternhaus. Die gesunde Ernährung ist dazu ebenso wichtig wie die aktive Gesundheitsvorsorge. Über 50% der Kinder im Grundschulalter leiden bereits an Haltungsschwächen, über 30% gelten als übergewichtig und rund 40% weisen bereits Organschwächen auf. Darüber hinaus beklagen Grundschullehrer und Sportmediziner, dass Konzentrationsschwächen, Lernschwierigkeiten und problematisches Sozialverhalten zunehmen. Zum großen Teil ist die unbefriedigende Bewegungssituation unserer Kinder für diese Umstände verantwortlich.
In weiten Bereichen unserer Gesellschaft werden die Bewegungsräume für Kinder immer mehr eingeschränkt. Dichte Bebauung, zunehmender Verkehr, Zäune, Verbotsschilder, enge Wohnverhältnisse, entnervte Hausmeister und übervorsichtige Eltern lassen nur noch wenig Freiraum für Spiel und Bewegung. Diese Einschränkung der Bewegung wird durch vermehrtes Sitzen in der Schule, beim Fernsehkonsum und vor dem PC noch verstärkt. Der große mediale Einfluss führt letztlich auch zu einer Reizüberflutung. Immer mehr Kinder machen viele Erfahrungen nur noch aus "zweiter Hand". Körperferne Sinne wie das Hören und Sehen werden überbeansprucht, körpernahe Sinne, also Tasten, Fühlen und Riechen stumpfen ab. Spiel- und Bewegungstraditionen gehen verloren. Während zur Jahrhundertwende Kinder durchschnittlich etwa 100 Bewegungsspiele kannten, kennen Kinder der heutigen Zeit im Durchschnitt gerade noch einmal fünf.
Die Bewegungserziehung an Kindergärten und Schulen ist wichtig, alleine jedoch zuwenig um diesen Trend aufzuhalten. Ein kindgerechter Sport muss die Primärbedürfnisse der Kinder im Sport beachten. So banal wie diese grundlegenden Primärbedürfnisse zunächst klingen, so sind sie doch die Grundlage für spätere Freude an der aktiven Bewegung. Spielerisches Laufen, Hochspringen und hinabspringen, Schaukeln und durch den Raum schwingen, konzentriert im Gleichgewicht bleiben, sich bis zur wohltuenden Erschöpfung anstrengen, Gleiten und Rutschen und sich von rollenden und fliegenden Bällen faszinieren lassen sind nur einige der Primärbedürfnisse. Mit zunehmendem Alter der Kinder kommen noch weitere hinzu.
Ein kindgerechter Sport muss den Kindern in jeder Übungsstunde die Möglichkeit bieten, ihre Primärbedürfnisse in vielfältigster Weise zu befriedigen. Aber neben vielen gutgemeinten Erläuterungen kommt es vor allem auf die praktische Umsetzung an. Der Landessportbund und die Thüringer Sportjugend haben im letzten Jahr ein vielversprechendes Projekt zur Förderung der Zusammenarbeit Kindertagesstätte – Sportverein gestartet. 450 Kooperationsmaßnahmen wurden bereits zwischen Kindertagesstätten und einzelnen Sportvereinen aufgebaut und über die Hälfte von ihnen finanziell bezuschusst. Im nächsten Schritt soll nun modellhaft das Konzept von bewegungsfreundlichen Kindergärten in Trägerschaft des Landessozialwerkes im Landessportbund umgesetzt werden.
An den Schulen gibt es seit Jahren auf Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Thüringer Kultusministerium und dem Landessportbund erfolgreiche Projekte. Der Wettbewerb „Bewegungsfreundliche Schule“, das Projekt „Schule-Sportverein“ mit der Thüringer Sportjugend und Aktivitäten im Jahr des Schulsports 1999 sind Beispiele hierfür. Aber gerade im Schulsport gibt es in Thüringen auch noch Defizite. Während die 3. wöchentliche Sportstunde zwar durchgängig geplant wird, gibt es trotzdem erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung, insbesondere an Förder-, Berufs- und teilweise auch an Regelschulen. Die Statistik im Anhang der Großen Anfrage macht deutlich, dass der Sportunterricht in fast allen Schularten an der Spitze bei den Ausfallstunden steht. Im letzten Jahr hat sich dieser Anteil an allen Schulen noch erhöht. Trotzdem sind von den notwendigen Bedarfskündigungen leider auch viele junge Sportlehrer betroffen. Dadurch verschiebt sich zusätzlich die Alterstruktur unter den Sportlehrern. Wir brauchen deshalb auch zur Absicherung des Sportunterrichts Lösungen, die älteren Lehrern den vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben zu ermöglicht. Die geforderte Unterrichtsqualität bei Sportlehrern kann sich nur entwickeln, wenn diese auch eingesetzt werden. Seit über 10 Jahren werden Sportlehrer in den Studienseminaren Thüringens in sehr guter Qualität ausgebildet. Aber nur in Ausnahmefällen können diesen jungen Lehrerinnen und Lehrern in Thüringen in den Schuldienst einstiegen.
Besonders problematisch ist die Situation in den Berufs- und Förderschulen. Dort fehlen viele Sportlehrer und zahlreiche Stunden Sport können so in diesem wichtigen Bereich nicht abgesichert werden. Außerhalb des Schulsportes kommt dem Breitensport eine große Bedeutung zu. Die Große Anfrage weist darauf hin, dass laut einer Befragung der Thüringer Sportjugend, es für 93 Prozent der Kinder und Jugendlichen wichtig ist, sportlich fit zu sein. Immerhin zwei Drittel treiben regelmäßig außerschulisch Sport. 35 Prozent tun dies organisiert in Sportvereinen. Ziel ist, dass in den nächsten Jahren rund 50 % der Kinder und Jugendlichen zum Sport in Vereinen gewonnen werden. Im Landessportbund sind in Thüringen in 3.202 Sportvereinen mehr als 360.000 Mitglieder organisiert. Jeder 5 Thüringer und jede 10 Thüringerin treiben damit aktiven Vereinssport. Um den Anteil von Frauen in Sportvereinen zu erhöhen, finden regelmäßig seit 1998 Frauensporttage des LSB statt. Projekte im Gesundheitssport gibt es in 290 Thüringer Sportvereinen. 937 präventive und rehabilitative Sportangebote werden im Wegweiser Gesundheitssport 2002 ausgewiesen und über den Thüringer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband werden flächendeckend fachlich gute Angebote für Behinderte angeboten. Durch die Zunahme der älteren Menschen in unserer Gesellschaft wird der Sport für Ältere und Senioren in den nächsten Jahren einen noch höheren Stellenwert bekommen. Insgesamt können wir auch in Thüringen davon ausgeben, dass das Fitnessbewusstsein in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Auch bei kommerziellen Sportangeboten, also z.B. in Fitnesscentern, muss dem Rechnung getragen werden. Das seit einigen Jahren in Thüringen neu angebotene Ausbildungsprofil zum Fitnesskaufmann soll dazu beitragen, dass die Qualität der Betreuung weiter steigt.
Wir haben in Thüringen für den Bereich der aktiven Gesundheitsvorsorge viel getan. Das Sportfördergesetz, die kostenfreie Nutzung von Sportstätten für Vereine und erhebliche Investitionen in die sportliche Infrastruktur sind Belege dafür. Sportliche Großveranstaltungen mit Massenmobilisierungscharakter wie unter anderem die Burgenfahrt, der Rennsteiglauf, der Staffellauf Thüringer Schulen zum Thüringentag, die Fußball-Mini-WM an Grundschulen und Silvesterläufe zeigen, dass die Sportbegeisterung unter den Thüringern weit über die mediale Anteilnahme bei Olympiade, EM und WM hinausreicht.
Zu verstärkten Anstrengungen fordert uns der dritte Bereich der Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung heraus. Die Suchtprävention, mit der Aufklärung über und Bekämpfung von allem legalem und illegalem Suchtpotential ist angesichts der Zunahme des Konsums eine immense Herausforderung. Das DHS-Jahrbuch Sucht 2002 verweist in Deutschland untr anderem auf rund 6 Millionen Tabakabhängige und 17 Millionen die mindestens 1 Zigarette pro Tag rauchen. Alkoholabhängig sind demzufolge 1,6 Mio. Deutsche und 2,7 Millionen fallen unter die Kategorie Alkoholmissbrauch. Als Medikamentenabhängig werden 1,4 Millionen aufgelistet. Offensichtlich hat sich leider ein großer Teil unserer Gesellschaft mit dem Stand des Konsums von legalen Drogen und deren Auswirkungen abgefunden. Gesundheitsvorsorge bedeutet aber für die Politik, dieser Entwicklung entgegen zu steuern. Einige Beispiele dafür wo wir weiter handeln müssen:
Endlich, nachdem seit Jahren gefordert, wird nun im Jugendschutzgesetz eine Regelungen zur Einschränkung des Zigarettenverkaufs an Automaten getroffen. Das von Bundestag und Bundesrat verbesserte Jugendschutzgesetz legt fest, künftig Zigarettenautomaten so umzurüsten, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinen Zugriff mehr haben. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Zigarettenkonsums, dem jetzt weitere folgen müssen. Gerade das frühe Einstiegsalter, das laut Drogenbericht der Bundesregierung bei 13,6 Jahren liegt, fordert dazu auf. 38% der 12- bis 25jährigen sind Raucher oder Gelegenheitsraucher, besonders junge Mädchen steigen früh in den Tabakkonsum ein. Bei den 12- bis 17jährigen ist seit Jahren ein Anstieg auf nun 28% Raucher zu beobachten. Im Mittelpunkt der Forderung, nach weiteren Schritten zur Bekämpfung des Nikotinkonsums, müssen Maßnahmen an Schulen und in öffentlichen Gebäuden stehen. Schulen sollten ein generelles Rauchverbot auf dem Schulgelände durchsetzen. Raucherinseln an Schulen widersprechen dem Gedanken des Jugendschutzgesetzes, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren das Rauchen in der Öffentlichkeit verbietet. Leider wird das Verbot derzeit selbst in Jugendeinrichtungen nur selten durchgesetzt.
Alkohol hat bei regelmäßigem täglichen Konsum je nach Menge kurz-, mittel- und langfristige schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeit unter anderem auf das Sozialverhalten, die Schädigung von Organen, aggressives Verhalten und Wahrnehmungseinschränkungen. Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen geht inzwischen weit über das „einmal ausprobieren“ hinaus. Die gesetzlichen Bestimmungen, also insbesondere das Jugendschutzgesetz sind deshalb konsequenter durchzusetzen und die Verantwortung der Eltern ist viel stärker gefragt. Medikamente, die eigentlich der Gesundheit bzw. der Schmerzlinderung dienen sollen, können, die gerade angeführten Zahlen belegen es, ebenfalls in schwere Abhängigkeiten führen. Die Risiken des Medikamentenmissbrauchs sind vielen Menschen noch nicht in ausreichendem Maße bewusst. 19,3 Prozent der Frauen und 14,5 Prozent der Männer im Alter zwischen 18 und 59 Jahren nehmen mindestens einmal pro Woche psychoaktive Medikamente, also Medikamente mit Suchtpotential, ein. Medikamentenabhängig sind in dieser Altersgruppe 2,9 Prozent, bei den 50 bis 59-Jährigen steigt dieser Anteil sogar auf 4,5 Prozent. Auffallend ist, dass über 60 Prozent der Betroffenen Frauen sind.
Zu den Grundpflichten von Ärzten und Apothekern gehört es, Patienten ausreichend über Neben- und Nachwirkungen aufzuklären. Leider können damit heute nicht mehr alle Gefährdeten erreicht werden. Selbstmedikation wird durch den unkontrollierbaren Bezug über das Internet und den teilweise völlig freien Verkauf im Ausland erleichtert. Aber auch arztbezogene Einflüsse durch missbrauchsbegünstigende Verschreibungsformen wie zu hohe Dosierungen oder Dauerverschreibungen müssen immer wieder kritisch hinterfragt werden. Der gesetzliche Auftrag, mit Präventionsmaßnahmen dem Medikamentenmissbrauch entgegen zu wirken, richtet sich insbesondere auch an die Krankenkassen. Vertreter der Krankenkassen sollen deshalb gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit intensiv nach Möglichkeiten suchen, das öffentliche Bewusstsein für die Probleme zu stärken, die mit dem Medikamentenkonsum verbunden sind.
Stärkere mediale Beachtung finden die illegalen Drogen. Das DHS-Jahrbuch Sucht 2002 schätzt ca. 270.000 Cannabis-Dauerkonsumenten. Geschätzte 300.000 Abhängige von harte Drogen führten im Jahr 2001 zu 2.835 Todesfällen. Synthetische Drogen sind nach dem Drogenbericht der Bundesregierung allerdings im Osten häufiger verbreitet als Heroin. Die Extasy-Pillen sind gerade im Umfeld von Musikgroßveranstaltungen akzeptierter als Pulver oder die Nadel. Unterschiede gibt es zwischen Ost und West in der Länge der sogenannten Drogenkarrieren und auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Ein deutliches Alarmsignal ist dagegen die festgestellte Angleichung zwischen Ost und West beim Alter von Erstkonsumenten. Fast ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in den neuen Bundesländern im Alter zwischen 12 und 14 Jahren hat damit bereits Kontakt mit illegalen Drogen. Dies ist ein deutlicher Handlungsauftrag für Politik, Eltern und Jugendarbeiter. Im Zentrum der Bemühungen muss stets die Sekundärprävention stehen. In Thüringen haben wir glücklicherweise keine offene Konsumentenszene, deshalb sind Diskussionen um sogenannte geschützte Konsumräume fehl am Platz. Auch Forderungen nach Straffreiheit des Drogenbesitzes mit festgelegten Richtwerten sind in Thüringen und den anderen neuen Bundesländern kein geeignetes Mittel im Kampf gegen Drogen. Aufklärungsarbeit ist eine wichtige Querschnittsaufgabe für Sozial-, Kultus-, Justiz- und Innenministerium, insbesondere auch unter Einbeziehung von Krankenkassen und Trägern der Jugendarbeit. Das Projekt „Lebenslust statt Drogenfrust“ des Thüringer Kultusministeriums und der AOK mit 39 Suchtexperten in 13 regionalen Teams ist ein Beispiel dafür, wie Schüler und Lehrer frühzeitig über Gefahren des Drogenkonsums informiert werden können. Sehr erfolgreich läuft das Musikszeneprojekt „Drogerie“, welches zu 100 Prozent vom Sozialministerium gefördert wird. Bei diesem Projekt werden über das Internet und mit einem Infomobil Multiplikatoren der Jugendarbeit und betroffene Jugendliche direkt erreicht und mit Informationen sowie Argumentationsmaterial ausgestattet.
Insbesondere an die Adresse der Grünen aber auch der PDS-Jugend und andere Befürworter, einer Legalisierung sogenannter „weicher“ Drogen wie Haschisch und Marihuana müssen wir immer wieder eine deutliche Absage erteilen. Der Drogenbericht der Bundesregierung und aktuelle Zahlen in den Bundesländern belegten einen stetig zunehmenden Drogenkonsum unter immer jüngeren Jugendlichen. Wir sind froh darüber, dass der Konsum von Zigaretten und Alkohol unter Jugendlichen stärker bekämpft werden soll, dies ist der richtige Weg, nicht zweifelhafte Liberalisierungsdiskussionen in der Drogenpolitik. Der Weg zu illegalen Drogen führt zu 95 % über den Konsum von legalen Drogen. Dies bedeutet, dass dem Problem der legalen Drogen zukünftig weit mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, ohne die Bekämpfung der Etablierung von illegalen Drogen zu vernachlässigen. Eine erfolgreiche Drogenpolitik kann nur im Zusammenwirken einer koordinierten Prävention, zielgruppenorientierter Repression und der Betreuung von Drogenabhängigen stattfinden. Es muss daher eine Vernetzung aller sich mit dem Thema des Drogenkonsums beschäftigenden Gremien und Strukturen geben, um in allen Sozialisationsbereichen von Kindern und Jugendlichen die Prävention als primäre Aufgabe zu verstehen und zu realisieren. In der Aus- und Fortbildung von ehren- und hauptamtlich Tätigen in der Jugendarbeit ist das Thema Drogen stärker zu berücksichtigen und es müssen anwendungsfähige Kenntnisse vermittelt werden.
Stets berücksichtigt werden soll: eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung schützt am besten vor dem Suchtmittelmissbrauch. Dies gelingt unter Anderem durch: - Einfühlende sensible Erziehung - Aufbau kindlicher Selbstachtung - Beziehungs- und Bindungsfähigkeit - Gelungene Ablösung vom Elternhaus - Persönliches Wertesystem mit der Orientierung an gesellschaftlichen Normen - Teilnahme an Gestaltungsprozessen in der Gesellschaft - Partizipation und Übernahme von Verantwortung
Abschließend können wir feststellen: Die Förderung einer gesunden Lebensweise ist eine Grundaufgabe für unsere Gesellschaft. Die Förderung einer gesunden Lebensweise ist deshalb in allen Entwicklungsphasen eines Menschen zu unterstützen. Ich hoffe, dass wir auch mit heutigen Diskussion der Großen Anfrage zur Gesundheitsförderung eine Beitrag hierzu leisten konnten.
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