Titel der Seite mit Bild von Michael Panse, MdL und Logo der Fraktion der CDU im Thüringer Landtag, sowie Leitmotiv: Michael Panse, Ihr Landtagsabgeordneter für Erfurt
Start | Dokumente | Reden | Termine | CDU | Presse | Fotos | Privates | Kontakt
Dokumentensammlung
>> www.mdl-panse.de >> Reden >> Archiv

19. Plenarsitzung: Familien unterstützen - Betreuungsstrukturen erhalten

 01.07.2005 

Drucksache 4/914

Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion, „vielleicht hören Sie nicht hin, vielleicht sehen Sie nicht gut, viel­leicht fehlt Ihnen der Sinn oder es fehlt Ihnen der Mut“ - die Söhne Mannheims haben, glaube ich, diese Text­zeile in Umlauf gebracht. Die kennen wahrschein­lich die Thüringer SPD nicht, allerdings, wenn man sich diese Textzeile so auf der Zunge zergehen lässt, könnte es wunderbar zur Thüringer SPD, auch zur Thüringer PDS passen. Also, das was Sie hier gerade vorgetragen haben, da muss ich Ihnen schon sagen, Sie hören nicht hin. Sie hören nicht hin, wenn man versucht, etwas zu er­klären. Sie hören auch nicht in den Diskussionen der letzten Wochen hin. Sie stellen sich bewusst hier vorne ans Rednerpult und verbreiten Sachen, die schlichtweg nicht zutref­fend sind. Ich nutze gerne die Gelegenheit, Ihnen ein paar Sätze dazu zu erklären, aber ich bitte Sie herzlich, hören Sie dann wenigstens heute zu.

Frau Jung, auch Ihnen, vielleicht tut es halt besser, wenn man hin und wieder weniger im Duden liest, sondern sich mit den Konzepten tatsächlich aus­einander setzt oder die Gelegenheit auch nutzt, ins Gespräch miteinander zu kommen. Sie haben hier Interpretationen eines zu erwartenden Gesetzent­wurfs vorgenommen und meinen das aus den bis jetzt veröffentlichten Teilen der Familienoffensive herauszulesen. Ich kann Ihnen nur sagen, warten Sie doch im Moment wenigstens ab, bis wir den Gesetzentwurf hier auf dem Tisch haben,dann können Sie wenigstens an Fakten orientiert diskutieren und nicht an Spekulationen. Dann müs­sen Sie sich hier vorne nicht hinstellen und Fragen über Fragen formulieren, auf die Sie in Wirklichkeit gar keine Antwort wollen, sondern die Sie einfach nur rhetorisch in den Raum streuen. 

Das ist unredlich, was Sie hier tun, und ich glaube, das ist auch diesem Parlament nicht angemessen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Antrag der SPD-Fraktion ist ja schon über einen Monat alt. Ich kann verstehen, dass bei der SPD-Fraktion das eine oder andere an Informationsdefiziten da ist, allerdings muss ich Ihnen sagen, die Zeit ist hier seitdem nicht stehen geblieben.
Es finden inhaltliche Diskussionen statt. Frau Pelke, bevor Sie sich so aufblasen und aufregen hier, setzen Sie sich doch einfach hin und hören Sie mir zu. Ich habe es versucht Ihnen zuzuhören, obwohl es mir schwer gefallen ist. Aber Sie hören nirgend­wo zu, wo Sie hingehen. Wir waren vor 14 Tagen gemeinsam bei einer Podiumsdiskussion des Lan­deselternverbandes. Da war, glaube ich, auch Ihr Kollege Matschie mit dabei, der sich dann nach dem Grußwort relativ schnell verdrückt hat. Da war nicht viel Gelegenheit einander zuzuhören. Frau Jung war, glaube ich, auch da. Aber Sie ha­ben auch dort nicht zugehört, denn Sie bringen die gleichen Argumente, obwohl wir dort diskutiert haben. Und ich glaube, wenn man eines von der Redlichkeit von Politikern auch erwarten kann, ist, dass man unrichtige Behauptungen auch korrigiert. Sie kön­nen das nicht. Sie können sich das nicht einge­ste­hen, Sie haben das hier nicht vorgenom­men und ich befürchte, Sie werden das auch in den nächs­ten paar Wochen nicht tun. Insofern finde ich es unredlich, wenn man Kinder instru­mentalisiert, wenn man Eltern verunsichert.


Beides tun Sie und beides tun auch die Träger. Zur Sache, Sie werden es noch eine Weile ertragen müssen, Frau Kollegin Künast. Insofern bitte ich auch Sie herzlich, hören Sie zu.


Vielleicht können Sie etwas mitnehmen. Wissen Sie, Frau Pelke, Sie sprechen hier von dem - ich sag „vielleicht“, weil ich da einiges gewöhnt bin von Ihnen, was Sie hier in den letzten paar Wochen auch so losgelassen haben. Lassen Sie uns doch da disku­tieren.


Sie haben gesagt, Frau Pelke, der Dialog, den wir miteinander führen sollten - zu Dialog gehört, dass man miteinander redet und einander zuhört. Sie haben hier gerade in Ihrer Rede gesagt, es gäbe vielleicht das Verständnis und es würde so hinter vorgehaltener Hand gesagt, dass Träger mit Kin­der­tagesstätten Geld verdienen wollen. Ich weiß nicht, wo Sie das hernehmen. Sie sind selber bei einem großen Träger engagiert. Ich kenne keinen, der Kin­dertagesstätten betreibt, um Geld zu ver­dienen. 
Ich hoffe, auch die Arbeiterwohlfahrt tut das nicht. Aber insofern hat das doch nichts mit Redlichkeit zu tun, wenn Sie sich hier vorn ans Pult stellen und halbseiden solche Behauptungen in den Raum streuen. 
Ich will Ihnen, bevor ich Ihnen etwas zur Familien­offensive der Landesregierung und dem, was wir als CDU-Fraktion davon verstehen und auch mit­tragen wollen, bevor ich Ihnen das erläutere, möchte ich Ihnen gern aber noch ein paar Sätze zum Grund­verständnis von Familie darstellen, zumindest das, was für uns als CDU-Fraktion zu diesem Grund­verständnis gehört.

Für uns ist Familie der erste und wichtigste Ort, an dem Kinder um ihrer selbst willen angenommen werden und die Geborgenheit und Liebe dort er­fah­ren. Die Familie ist ganz zweifellos tragende Säule unserer Gesellschaft und die Grundlage für die So­lidarität und Stabilität in unserer Gesellschaft ist natürlich geprägt vom Zusammenhalt in den Familien.
Aber wir dürfen auch den Familien in unserer Poli­tik in einer freien und offenen Gesellschaft nicht vor­schreiben, wie sie zu leben haben. Insofern steht für uns natürlich als CDU-Fraktion das Selbstbe­stimmungsrecht und die Wahlfreiheit der Eltern an erster Stelle. Dies gilt auch und gerade bei der Wahl von Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Auch da gilt, die Erziehung der Kinder ist vorrangiges El­ternrecht und Elternpflicht. Der Staat kann nicht vor­schreiben, nach welchen Grundsät­zen die Er­zie­hungsarbeit in der Familie zu gestal­ten ist, Staat und Politik müssen stattdessen die Rahmenbe­din­gungen schaffen, damit Eltern ihrer Erziehungsver­antwortung voll gerecht werden können.

Lassen Sie mich eines hinzufügen, Staat und Kom­mu­nen sind natürlich gefordert, dort Hilfe an­zubie­ten und notfalls intervenierend einzuschrei­ten, wo Eltern überfordert sind, wo sie ihren Erzie­hungs­auf­trag vernachlässigen und wo das Wohl des Kindes gefährdet ist. Wir müssen uns aber sehr - das fällt mir bei der Diskussion der letzten paar Tage auf - davor hüten, Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren ausschließlich selbst betreuen wollen, diese unter einen Generalvertrag zu stellen und ih­nen sozusagen diese Erziehungs­kompetenz ab­zu­erkennen. Ich höre das immer wieder bei der Dis­kussion mit Trägern, wo gesagt wird: Ja, aber wenn die Kinder zwischen zwei und drei Jahren zu Hause bleiben, dann werden sie nur noch vor den Fern­se­her gesetzt, da wird nur noch das Geld versoffen. Ich glaube, die Frage ist schon berechtigt: Wel­ches merkwürdige Familienbild haben Sie?


Ich muss schon sagen, die absolute Mehrheit der Familien ist kompetent und in der Lage, ihre Kinder vernünftig zu erziehen. Wir müssen sehr aufpas­sen, dass wir ihnen diese Kompetenz nicht mit Ihren pauschalen Vorwürfen absprechen.

  Mir geht es bei der Diskussion in den letzten paar Wochen schon ziemlich auf die Ketten, dass sich mir mehr und mehr der Eindruck aufdrängt, es geht hier vielmehr um die Kindertagesstättenträ­gerin­teressen als um das Wohl der Kinder und der El­tern. Wenn ich diese Diskussion von einzelnen Trägern erlebe, die Arbeiterwohlfahrt geht da im­mer sehr mit leuchtendem Beispiel vornweg, Sie entsinnen sich, das ist der Träger, über den wir hier hin und wieder auch schon diskutiert haben. Ich erspare Ihnen, Frau Kollegin Taubert, hier ein paar Sätze zur Arbeiterwohlfahrt mit auf den Weg zu geben, aber insofern ist die Frage natürlich er­laubt, warum ein SPD-naher Träger hier Wellen schlägt, die an dieser Stelle gar nicht in diesem Ma­ße berechtigt sind. Wir kommen nachher noch zu diesen Fragen, wo ich das gern versuche, Ih­nen zu erklären. Vielleicht nehmen Sie es Ihren ehe­maligen Kollegen bei der Arbeiterwohlfahrt mal mit, Frau Taubert, oder vielleicht hätten Sie Ihren Vorstandsposten bei der AWO weiter nutzen sollen, um dort ein Stück­chen Aufklärungsarbeit zu betreiben.
Ich habe Ihnen gesagt, die Familienoffensive der Landesregierung will genau das Wahlrecht der Eltern in den Vordergrund stellen. Wir wollen kind­be­zogen fördern und wir wollen die guten Betreu­ungsstrukturen sichern und ausbauen. Insofern ha­ben Sie Recht, Frau Pelke, und ich werde versuchen, Ihnen auch zu erklären, wie dies funktionieren soll, denn das, was Sie hier ge­sagt haben - Sie haben versucht, vorzurechnen, dass uns im nächsten Haushaltsjahr von den 170 Mio. € familienpolitische Leistungen dann 40 Mio. € im Haushalt verloren gegangen sein würden. Ich sage Ihnen ganz offen, wenn das so kommt, dür­fen Sie mich gern auch öffentlich der Lüge bezich­tigen. Wenn es aber nicht kommt, werde ich Ihnen den gleichen Vorwurf an dieser Stelle auch nicht ersparen kön­nen, denn das, was Sie hier tun an dieser Stelle, ist nichts weiter, als Leute zu verun­sichern mit Milch­mädchenrechnungen, die nicht zu Ende gerechnet sind.

Ich hatte gerade gesagt, was wir uns als Ziel vor­stellen. Wir wollen das Wahlrecht der Eltern natür­lich stärken. Das ist ein Stückchen genau das Ge­genteil von dem, was die Opposition hier unter­stellt. Der Antrag der SPD-Fraktion - das ist schon gesagt worden -, der zielt ja schon mit seinen ers­ten For­mulierungen und in der Antragsbegründung darauf ab, weiter Eltern zu verunsichern und zu suggerie­ren, dass da Abermillionen an Kürzungen und der Zusammenbruch der Betreuungsstruktu­ren in Thü­ringen im Raum stehen. Ich will Ihnen, da Sie das hier so dramatisch an die Wand skiz­zieren, gern einmal ein paar Sätze zum System der Förderung in Thüringen mit auf den Weg ge­ben. Wir haben bis jetzt ein vorbildliches Kinderta­gesstätten­betreu­ungssystem, aber auch ein vor­bildliches System, wie wir jungen Eltern helfen. Das ruht auf ver­schie­denen Säulen, die Säulen, die durchaus schlüssig und nahtlos ineinander übergreifen. Wir haben das Bundeserziehungs­geld, wir haben das Landes­er­ziehungsgeld, wir haben bedarfsorientierte Krippen- und Tagespfle­geplätze, wir haben einen Kita-Rechts­anspruch ab zweieinhalb Jahren, wir haben Hort­plätze. Und wir haben, das hatten Sie, Frau Pelke, ja auch gerade gesagt, immer noch eine durch­schnittliche Nut­zung von Kindertagesstätten von 94 Prozent. Dar­auf sind wir stolz, dass wir das ge­halten haben, da gibt es wenige Bundesländer, die das sagen kön­nen. Ich sage Ihnen jetzt schon, es wird auch da­bei bleiben. Aber weil wir auch bei dem baulichen Zustand - Frau Jung hat das, glaube ich, vorhin so angeschnitten - eine ganze Menge noch zu tun haben, auch im investiven Bereich müs­sen wir die Kommunen schon in die Situation ver­setzen, dass sie selber ein Stückchen auch steuern und mit entscheiden können.

Sie haben den baulichen Zustand angesprochen, ich verhehle gar nicht, es gibt Defizite im baulichen Bereich in vielen Regionen, in vielen Kreisen. Aber es gibt Kreise, wo da vorbildlich viel geschehen ist. Die Stadt Jena ist mit der Sanierung Kindertages­stätten einmal rum, Sonneberg ist einmal rum. Sie können nicht pauschal sich hier vorn hinstellen und sagen, das ist ganz schlimm, die Kindertagesstät­ten sehen alle zertrümmert aus. Es hängt ein Stückchen immer mit kommunaler Verantwortung zusammen, und wir werden da Aufgaben in den nächsten paar Jahren haben, im Übrigen auch, weil die Einrich­tun­gen schon vor 15 Jahren alle in einem Zustand waren, wo man viel hätte tun kön­nen, viel hätte tun müssen. Insofern ist es aber auch gut, wenn die Kommunen dann künftig ein Stückchen auch ent­scheiden können, was sie mit den Finanzmitteln anfangen, wie sie diese Fi­nanzmittel tatsächlich in Kindertagesstätten auch lenken.

Aber wir haben, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch ein Problem, und das will ich gar nicht weg­disku­tieren, was die Ausgabenentwicklung der letzten paar Jahre angeht. Wir haben Probleme, was das Ver­hältnis der Gesamtkosten zu den Plät­zen angeht, und wir haben erhebliche regionale Unterschiede. Sie können das nachlesen in den Landtagsan­fra­gen, die es dazu gibt, insbesondere was das Ver­hält­nis zwischen vorgehaltenen Plät­zen und in An­spruch genommenen Plätzen an­geht. Es gibt Regio­nen, die planen relativ dicht beim Bedarf, da gelingt das offensichtlich. Und es gibt Regionen, da gelingt das nicht. Im Eichsfeld werden 128 Plätze für 100 Kin­der vorgehalten, und nur etwas über 90 besuchen eine Einrichtung. Im Wartburgkreis ist eine ähnli­che Situation: 126 Plätze für 100 Kinder, in Gera sind es glaube ich 117, in Hildburghausen sind es 117, es gibt eine ganze Menge an Regionen, wo mehr an Plätzen vorgehalten wird als Kinder diese Einrichtung nut­zen. Das kostet Geld, weil wir näm­lich in der Regel Gruppen und Plätze bezahlen und nicht danach bezahlen, wie viele Kinder tatsächlich Plätze in Anspruch nehmen. Insofern ist die Frage schon erlaubt, wie man steuernd eingreifen kann, diese Kinder- und Platzrelationen in ein vernünfti­ges Maß zu bringen. Dass es geht, beweisen ja an­dere Regionen.

Wir haben einen weiteren Punkt, und auch das will nicht verhehlen. Frau Pelke, Sie hatten das ange­sprochen mit den zusätzlichen Kosten für die Kin­dertagesstätten in freier Trägerschaft. Das war ein wichtiges Instrument, um Kommunen zu ermutigen oder anzuregen, Einrichtungen in freie Träger­schaft abzugeben. Wir haben inzwischen die Situ­ation, dass knapp 70 Prozent, glaube ich, der Ein­richtungen sich in freier Trägerschaft befinden. Diese 70 Prozent er­halten alle momentan diesen Zuschuss von 20,45 € pro Kind im Monat. Im Ge­gensatz zu dem, was Sie gesagt haben, Frau Pelke, habe ich in der Ver­gan­genheit nie gesagt, dass dieser Zuschuss für im­mer und ewig beste­hen bleibt. Ich habe auch im vergan­genen Jahr gesagt, dass der Punkt eintreten wird, wo die Mehrzahl der Kindertagesstätten in freier Trä­ger­schaft sind und wo wir diese Frage stellen müssen, ob dieser zusätzliche Zuschuss für freie Träger in diesem Umfang so gerechtfertigt ist. Ich habe das im vergangenen Jahr bei einer Diskus­sion mit Ih­nen gesagt, insofern ist es nicht redlich, wenn Sie mir hier etwas anderes unterstellen.
Wir haben einen weiteren Punkt, den wir ganz offen und ehrlich ansprechen müssen. Wir haben die Be­treuung von behinderten Kindern in Re­gelein­rich­tungen. Sie wissen, dass der Kostenträ­ger für den Personalaufwuchs von behinderten Kindern in Re­geleinrichtungen gemäß Thüringer Kita-Gesetz das Land ist. Das Land bezahlt in den Regeleinrich­tun­gen, wenn mehr als ein Kind be­treut wird, eine hal­be Fachkraft zusätzlich. Das hat in den letzten paar Jahren dazu geführt, dass eine Vielzahl von Kin­dern auch in Regeleinrichtungen betreut wird, das finde ich richtig, aber dass dieser Anteil von Kindern in Regeleinrichtungen überpro­portional gestiegen ist im Vergleich zu integrativen Einrichtungen. Die Große Anfrage der PDS-Frak­tion zur Situation von behinderten Menschen zeigt das gerade deutlich auf. Wir haben derzeit 3.246 behinderte Kinder in Kindertagesstätten. Da ist seit 2000 jedes Jahr ein deutlicher Anstieg, aber vor allem ein überpro­por­tio­naler Anstieg von behin­derten Kindern, die in Re­geleinrichtungen betreut werden.

Man muss die Frage dazu stellen an dieser Stelle, warum das so ist. Denn das kostet uns natürlich als Land allein in diesem überproportionalen An­stieg in den letzten zwei Jahren knapp 2,5 Mio € mehr. Wir müssen da schon steuernd ein Stück­chen an die­ser Stelle eingreifen, dass Kinder ers­tens wohn­ort­nah und zweitens vernünftig betreut werden.

Insofern wird es auch bei der Familienoffensive und auch bei einer Änderung des Kindertages­stätten­ge­setzes natürlich eine Regelung für die zusätzli­che Förderung von behinderten Kindern geben, aber das kann es nicht in diesem Umfang geben, dass man sagt, pauschal überall, wo ein Kind gerade in einer Einrichtung ist, gibt es eine zusätzliche oder eine halbe Fachkraft, sondern da muss man schon sehr genau hingu­cken, wie man individuell diesen zusätzlichen Be­treuungsanspruch fördern kann. Vielleicht hören Sie hin, vielleicht sehen Sie zu, dann brauchen Sie die Frage am Ende nicht mehr zu stellen, vielleicht übermitteln Sie es Kollegen Matschie, wenn er dann wieder da ist. Also, wir haben darüber hinaus natürlich auch die beson­dere Situation, was die Betreuung unterhalb des Rechtsanspruchs angeht. Sie wissen, dass wir da in einigen Regionen ganz eigene Situationen ha­ben, die völlig richtig sind, wenn die Städte wie Gera beispielsweise für sich den Rechtsanspruch deut­lich weiter absenken. Wir müssen dann aber genau hinschauen, wie das auch vernünftig dort finanziert werden kann. Auch das ist ein Problem, was uns in den letzten paar Jahren stärker begeg­net ist. Wir haben einen Punkt, den ich auch nicht verhehlen möchte: Es gibt eine Vielzahl von Eltern, die Lan­deserziehungsgeld beziehen und trotzdem einen subventionierten Kindertagesstättenplatz in An­spruch nehmen.

Ob das Sinn und Zweck dieser Sache war, denn normalerweise hatten wir - Frau Thierbach, hören Sie doch auch einen Moment zu. Wir hatten bis jetzt das Landeserziehungsgeld bis zum Alter von zweieinhalb Jahren. Wir hatten ab zweieinhalb Jahren den Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz. Wenn Kommunen gleich­zeitig sagen, wir setzen den Anspruch für uns auf zwei Jahre herunter, trotzdem die Eltern Landes­er­ziehungsgeld und einen subventionierten Kin­derta­gesstättenplatz in Anspruch nehmen, mag das nach Ihrem Verständnis in Ordnung sein. Ich würde mir auch wünschen, dass wir so viel Geld hätten. Man muss allerdings auch fragen, ob das gerecht gegen­über den Eltern ist, die nur eines von beidem in An­spruch nehmen können. Diese Frage muss doch, wenn man sich kritisch mit Kin­dertagesstätten aus­einander setzt, erlaubt sein, Frau Kollegin Thierbach, ohne sich da stundenlang darüber aufzuregen. Ich glaube, an­ge­sichts der Probleme, die ich gerade skizziert habe, ist es natürlich notwendig, dass man sich die Fra­ge stellt, ob Strukturen verbessert, effektiver gestal­tet werden können und somit letztendlich auch mehr kindbezogene Förderung möglich ist. Nichts ande­res hat die Landesregierung mit der Familienoffen­sive angekündigt.

Ich will - jetzt ist es wieder schade, dass der Kol­lege Matschie nicht da ist - das ja gar nicht ver­hehlen. Diese Säulen, die wir in Thüringen haben, sind ja auch so ein Stückchen mit ins Wanken geraten durch den Beitrag, den die Bundesregie­rung geleistet hat. Ich glaube, vor eineinhalb Jah­ren haben wir hier im Thüringer Landtag über das Bundeserziehungs­geld diskutiert - Frau Pelke, Sie nicken, glaube ich, Sie wissen das, dass wir vor eineinhalb Jahren hier diskutiert haben.

Damals hat die Bundesregierung - und da war Staats­sekretär Matschie, glaube ich, noch so ein biss­chen wenigstens mit in Verantwortung - die Zahlungssum­me nach unten geglättet und gleich­zeitig die An­spruchsgrundlage verändert. Es sind seitdem nur noch knapp 60 Prozent der Thüringer anspruchs­be­rechtigt für das ungekürzte Erzie­hungsgeld. Inso­fern ist an dieser Stelle auch so ein Stückchen et­was ins Wanken geraten, wo ich es geradezu zy­nisch finde, wenn Sie uns heute hier auffordern, wir mögen doch das Landeserzie­hungsgeld unver­än­dert in seiner Form beibehalten, wenn genau vor eineinhalb Jahren die SPD-ge­führte Bundesregie­rung das Gegenteil von dem getan hat und ich Sie habe nicht halb so laut schreien hören, Frau Kollegin Taubert, als das damals geschehen ist. Es wäre notwendig und richtig gewesen. Ich glaube, natürlich, und das ist ein politischer Streit­punkt, das räume ich ja gern ein, dass Sie da an­derer Auffas­sung sind, ob jetzt alle Eltern ein ein­kommensun­ab­hängiges Landeserziehungsgeld bekommen sol­len oder nicht. Von der PDS-Frak­tion habe ich ge­ra­de gehört, die könnten sich das vorstellen; bei der SPD lese ich jetzt immer wieder, das wäre jetzt ganz furchtbar unsozial, weil, man müsste doch den Eltern, die ein stärkeres Ein­kommen haben, weni­ger geben. Ich, weiß nicht so ganz, wie das bei Ihnen zusammenpasst, auch mit diesem Modell, was die Bundesregierung oder was einzelne Vertreter der Bundesregierung jetzt kundtun, wo es nämlich um die Kosten für das Babyjahr geht. Es passt aber auch nicht an dieser Stelle, weil wir als CDU schon der Auffassung sind, wir wollen da Kinder fördern, wo auch Kosten entstehen, und da ist es für ein Kind relativ egal, ob es aus sozial schwierigeren Ver­hält­nissen kommt oder aus sozial stärkeren Verhält­nis­sen, wir wollen kindbezogen fördern und deswegen ist uns die Förderung der Kinder etwas wert und nicht der Einkommensverhältnisse der El­tern. Und im Übrigen darf ich Sie daran erinnern, es gibt da ja eine ganze Menge Urteile dazu, auch wie man fördern kann und fördern sollte. Beim Kin­dergeld ist es auch so, dass einkommensunab­hän­gig natürlich das Kindergeld gezahlt wird. In­sofern verstehe ich da diese soziale Kurve, die Sie da ver­suchen zu schlagen, an dieser Stelle natür­lich nicht.

Ich will auch noch etwas sagen zu diesen Verspre­chungen, die so jetzt durch die Gegend geistern. Die Bundesregierung hatte, glaube ich, viele Jahre jetzt Zeit, familienpolitisch etwas zu tun. Jetzt, wo ab morgen vielleicht die Vertrauensfrage dann in diese Bundesregierung dann geklärt ist, jetzt, wo die Felle davonschwimmen, ist so ein Stückchen das Bestreben da, abenteuerliche Versprechungen den Leuten zu machen. Da geht es um die ein­kom­mensabhängige Förderung des so genannten Ba­by­jahres. Da geht es um unrealistische Ver­sprechun­gen wie ein kostenfreies Kindergarten­jahr, das geis­tert alles so durch die Gegend. Als der Kollege Matschie vor wenigen Tagen danach gefragt wur­de, wie er denn meint, dass so etwas finanzierbar war, hat er es nicht einmal versucht, dafür ein Erklä­rungs­muster zu finden. Ich glaube, ihm ist selber klar, dass das etwas ist, wo man abenteuerliche Sachen vor­gaukelt, die nicht an­deutungsweise umsetzbar sind, und wenn nicht, muss ich Ihnen die Frage stellen: Was hat die Bundesregierung in den letzten paar Jahren an dieser Stelle getan?
Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, ein paar Sätze zu dem Antrag der SPD-Fraktion, denn man kann natürlich auch die Punkte einzeln durchge­hen.

Im Punkt eins verlangen Sie das Fördervolumen dauerhaft festzuschreiben. Dies ist nach meinem Dafürhalten weder sachgerecht noch finanzpoli­tisch sinnvoll. Die Förderung von Kindern, Eltern und Fa­milien orientiert sich an gesetzlichen Rah­menbe­dingungen. Insofern ist es falsch, was hier eben gerade gesagt wurde, dass im laufenden Haushalt 20 Mio. € gespart werden müssten. Das ist Quatsch. Ich weiß nicht, wo Sie das herneh­men. Es wird das bezahlt, was gesetzlich geregelt ist und wenn es mehr kostet als die Haushaltsan­sätze, wie sie im Haushalt stehen, selbst dann werden sie bezahlt, denn so funktionieren nun einmal Gesetze. Herr Kollege Pilger, das müssten Sie spätestens, nach­dem Sie die Antwort auf Ihre Kleine Anfrage, glau­be ich, bekommen haben, genauer wissen oder ansons­ten lesen Sie an die­ser Stelle.

Der Hinweis bei diesem ersten Punkt auf das Ta­ges­betreuungsausbaugesetz, ich glaube, auch das kann nur von jemandem erfolgen, der keine Ah­nung davon hat, ist, dass dieses Gesetz lediglich ein Auf- von Ausbaugesetz West war. Wir haben in den neuen Bundesländern davon nicht viel gehabt. Wir haben diese prozentualen Quoten, die darin gefor­dert werden, erfüllt. Wir haben dafür im We­sent­li­chen kein Geld vom Bund bekommen, inso­fern weiß ich nicht, welches Geld Sie meinen, was wir aus dem Tagesstättenausbaubetreuungsge­setz - merk­­würdiges Wortkonstrukt übrigens - ein­setzen könn­ten. Vielleicht erklären Sie es uns noch.

Wir haben den Punkt 2, wo Sie anmahnen, dass wir uns mit inhaltlichen Fragen stärker auseinander setzen sollen. Da muss ich Ihnen schon sagen, das findet momentan gerade statt. Das Konzept 2 bis 16 auf Basis der Erkenntnisse der Enquete­kom­mis­sion Erziehung und Bildung wird doch dis­kutiert, das erleben wir doch gerade. Es ist nur schade, dass es momentan in der öffentlichen Wahrneh­mung ausschließlich auf die Diskussion um die Träger­schaft von Horten verkürzt wird. Aber es steht eine ganze Menge auch inhaltlich drin und wir wollen natürlich diese Übergänge an dieser Stelle zwi­schen Kindertagesstätten und Schulen, aber auch zwischen weiterführenden Schulformen verändern. Insofern sind Sie doch herzlich eingeladen, an die­ser Stelle auch inhalt­lich mit zu diskutieren und auch weitergehende Erkenntnisse der Enquete­kom­mission dort mit einzubringen.

Zu Ihrem Punkt 3: Im Punkt 3 wollen Sie das Ge­samtfördervolumen der familienunterstützenden Leis­tungen festschreiben. Ich glaube schon, da werden wir uns mit dieser Frage auseinander set­zen wenn wir den Haushalt 2006/2007 hier im Landtag disku­tieren. Wir können uns natürlich auch daran mes­sen lassen, wie viel da drinsteht, ich würde aber jetzt nicht dieses festschreiben, denn natürlich wis­sen Sie, dass wir in den letzten paar Jahren eine Situa­tion vorgefunden haben, die ein Weiter-so-Deutsch­land in allen Bereichen nicht möglich macht. Wir ha­ben dazu eine zu de­saströse Finanzsituation im Bund und in den Län­dern und auch daran sind Sie ja nicht ganz un­schuldig. Insofern sollte man diese Diskussion jetzt nicht einfach so vorwegnehmen, sondern dann natürlich ein Stückchen schauen, was es denn zu verteilen gibt, wenn wir über den Haus­halt 2006/2007 reden.

Sie haben in Punkt 4, Frau Pelke, das haben Sie gerade noch einmal deutlich gemacht, sich kritisch mit der Frage des Stiftungsgedankens auseinan­der gesetzt. Sie haben nicht verstanden, was eine Stif­tung vielleicht auch bezwecken kann. Natürlich kann eine Stiftung ein Zugewinn sein, denn es geht da­rum, Zustifter zu gewinnen. Ich glaube, auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich 2000 der Bun­destag mit dieser Frage beschäftigt und die steu­erliche Absetz­barkeit von Stiftungen, diese Fort­schreibung der staatlichen Absetzbarkeit von Stif­tungsgeldern, auch festgeschrieben. Insofern, glaube ich, sind wir schon gut beraten, wenn wir diesen Gedanken einer Fa­milienstiftung auch prü­fen und nicht so pauschal einfach beiseite wi­schen, auch wenn Ihnen das vielleicht nicht gefällt und Sie der Meinung sind, Ihnen gehen da parla­mentarische Rechte verloren. Ich glaube, man sollte da kein Misstrauen in den Raum bringen, sondern sachlich darüber disku­tie­ren, was für Chancen auch in einer solchen Stiftung bestehen können.

Zu dem Punkt 5: Lokales Bündnis für Familien war ja angesprochen, das findet statt. Die Diskussion findet auf kommunaler Ebene statt, die findet auch auf Landesebene weiter statt. Insofern kann man die­sen Punkt mittragen. Natürlich, aber das ist auch so ziemlich das Einzige, was dann konkret noch greif­bar und übrig bleibt, denn in dem Punkt sechs zum Landeserziehungsgeld wird es ja dann wieder so ein bisschen ungemütlich. Ich habe Ih­nen gesagt, dass das zynisch ist, wenn man so etwas fordert, nachdem wir vor eineinhalb Jahren eine ähnliche Diskussion hier im Landtag hatten und wir Sie ge­beten haben, sehr stark bei der Bundesregierung zu intervenieren, dass das Bun­deserziehungsgeld in seiner damals alten Form erhalten bleibt, was Sie nicht getan haben.

Zum letzten Punkt, zu Punkt 7: Sie wollen wissen, wann es denn das Familienfördergesetz geben könnte. Ich habe keine andere Meinung bis jetzt ge­hört, als dass wir das natürlich in diesem Jahr auch haushaltsrelevant für das Jahr 2006/2007 noch ver­abschieden wollen und verabschieden müssen. In­sofern setze ich sehr darauf, dass wir das Fami­lien­fördergesetz dann auch mit notwendi­gen Ände­rungen am Kindertagesstättengesetz nach der Som­merpause hier miteinander diskutie­ren können. Da können wir auch viel über Details noch miteinander diskutieren, Details, die bei Ih­rem populistischen An­trag, den Sie uns jetzt vor­gelegt haben, eben in dieser Form nicht erkennbar sind oder von Ihnen nicht erkannt werden wollen. Insofern muss ich Ihnen dann schon vorwerfen, entweder ist es mangelnde Bereitschaft, sachlich zu diskutieren oder es ist feh­lende Sachkenntnis. In jedem Fall, glaube ich, trägt es dem Gedanken einer konstruktiven Familien­för­derung wenig Rechnung, wenn wir einen solchen populistischen Antrag hier im Landtag zur Verab­schiedung vor­gelegt bekommen. Die CDU-Fraktion wird diesen Antrag aus diesen Gründen ablehnen.

Das wird Sie nicht überraschen, nein, das glaube ich nicht. Aber ich habe Ihnen vorhin gesagt, ich sage Ihnen auch gern noch ein paar Sätze zur Fami­lien­offensive, wo der Frau Jung schon der Name nicht so toll gefallen hat. Vielleicht hat das so den Blick ge­trübt auch für alles Weitere, was dann noch kommt.

Wir haben als einen der wichtigen Punkte bei der Familienoffensive die Frage formuliert, einen Rechts­anspruch auf einen Kindertagesstättenplatz ab zwei Jahren. Frau Pelke, wenn das keine Aus­weitung ist, genau das hatte ich auch gemeint, als ich vor Wo­chen dieses Zitat, was Sie gebracht haben, schon gesagt habe, dann weiß ich auch nicht, denn den Rechtsanspruch ab zwei Jahren haben wir sonst nir­gendwo. Das wissen Sie und ich glaube, inso­fern gehört es zur Ehrlichkeit dazu, dass man das auch hier sagt und entsprechend goutiert. Wir ha­ben darüber hinaus zum Zweiten die Frage des ein­kommensunabhängigen Landes­erziehungs­gelds. In der Familienoffensive ist das formuliert mit den 150 € plus weiteren Zuschlägen für zweite und dritte Kinder. Auch das ist etwas in dieser Form, was ich in anderen Bundesländern nicht so sehe. Natür­lich, das haben wir immer ge­sagt, wenn dann gleich­zeitig ein Betreuungsplatz in einer Kindertages­stät­te in Anspruch genommen werden soll, soll dieses Geld für die Kindertages­stätte eingesetzt werden. Natürlich geht es dann um die Frage, dass das auch diesem Gesamtvo­lumen der Förderung Kinderta­ges­stätten auch zuzurechnen ist. Frau Pelke, Sie haben es ja vor­hin auch angedeutet. Es gibt aber dabei auch Probleme, die ich gar nicht wegwi­schen will, das bekommen wir ja von Trägern auch ge­sagt. Die Frage der Familien, die es objektiv nicht können und das sind Familien, die in der Regel auch den Jugendämtern bekannt sind, weil sie schon Leis­tungshilfen zur Erziehung empfangen. Auch da müssen wir eine Lösung finden, wie wir mit diesen Familien umgehen, damit dieses Geld nicht, wie Sie es generell der Mehrheit der Familien un­ter­stel­len, dort nicht familienzweckentfremdet ein­gesetzt wird. Da müssen wir eine Lösung finden und das wird, denke ich, dann in diesem Gesetz auch formuliert werden. Aber wir dürfen Eltern eben nicht unter diesen Generalverdacht setzen.

Wir haben in diesem Familienkonzept der Landes­re­gierung diesen kindbezogenen Zuschuss für Krei­se und kreisfreie Städte zwischen drei und sechsein­halb Jahren von 100 € pro Kind. Das macht letzt­end­lich knapp 110 € pro Kindertages­stättenplatz aus, weil Sie ja wissen, dass nicht alle Kinder der­zeit eine Kindertagesstätte besuchen. Wir haben pa­ral­lel dazu die angekündigten Investi­tionen für Kin­der­tagesstätten, die auch jetzt im Haushalt schon drin sind, knapp 5 Mio. € haben Sie gesagt, 5,3 Mio. € sind es, glaube ich. Ich sehe diesen Investitions­be­darf auch weiter, deswegen muss man darüber dis­kutieren, ob es diesen Haushaltstitel in dieser Form dann weiter geben soll oder ob es letztendlich kom­plett dann über die Frage der Pauschale von 1.000 € pro geborenem Kind auch im investiven Bereich mit aufgefangen werden soll. Auch da, weiß ich, wird es Kreise geben, die werden dieses Geld lie­ber dazu einset­zen, Betriebskosten, vielleicht auch Personalkos­ten in Kindertagesstätten zu unterstüt­zen und es wird Kreise geben, die werden dieses Geld dan­kend und lieber dafür nehmen, um inves­ti­ve Maß­nahmen in Kindertagesstätten vornehmen zu kön­nen. Ich glaube das ist richtig, dass wir da auch die kommunale Verantwortung an dieser Stel­le stär­ken.

Wir haben einen Punkt, der im Familienkonzept in der Tat sich nicht wieder findet, aber deswegen nicht wieder findet, weil das in dieser Form auch weiter bestehen soll, die Förderung von Plätzen für Kin­der unterhalb des Rechtsanspruchs, für die so ge­nannten Krippenplätze. Wir haben bis jetzt knapp 100 €, die für diese Plätze finanziert wer­den, nach meiner Vorstellung sollen diese 100 € auch weiter bestehen bleiben und es soll natürlich auch mög­lich sein, für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch Plätze unterhalb des Rechts­an­spruchs in Krippen weiterhin vorzuhalten.

Wir haben, das hatte ich vorhin gesagt, die Frage der Behinderten, die Betreuung behinderter Kinder in Kindertagesstätten, auch das müssen wir in die gesamtfinanzielle Kalkulation mit hereinrechnen, ebenso im Übrigen wie die Praktikantenplätze, die derzeit auch aus diesen 128 Mio. € gefördert wer­den. Das ist ein ausgesprochen komplexes Thema. Ich kann Sie nur herzlich bitten, wenn wir diesen Gesetzentwurf dazu haben, wenn wir sach­lich über diese Fakten auch diskutieren können, diese Fra­gen haben Sie ja in Ihrem Antrag formu­liert. Ich hoffe mal, die Landesregierung lassen Sie dann noch zu Wort kommen und die Landesregie­rung sagt etwas dazu, wann wir diesen Gesetz­entwurf haben, dann reden wir erst über gesetzli­che Änderungen, dann wird sachgerecht über diese Punkte diskutiert.
Ihr Antrag, den Sie uns heute vorgelegt haben, trägt dazu nur ausgesprochen eingeschränkt bei,
deswegen bin ich Ihnen zunächst dankbar, dass es zum Schluss hin etwas ruhiger geworden ist. Ich habe die Hoffnung, dass einige doch zugehört haben. Ich freue mich auf die weitere Diskussion. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(c) 2005 Michael Panse, MdL Impressum | Zum Seitenanfang